Diagnostik und Behandlung von Lip- und Lymphödemen

Das Lipödem

Das Lipödem ist eine chronische Erkrankung, bei der es zu einer krankhaften, meist symmetrischen Fettvermehrung an Beinen und/oder Armen kommt. Typisch ist, dass die Fettverteilung nicht durch Übergewicht allein erklärbar ist – vor allem die Beine (seltener die Arme) wirken im Vergleich zum restlichen Körper „zu dick“. Häufig beginnt das Lipödem in der Pubertät, nach einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren.

Betroffene berichten oft von einem Spannungsgefühl, Schmerzen oder Druckempfindlichkeit an den betroffenen Stellen. Die Haut fühlt sich weich oder „wellig“ an, und selbst leichte Berührungen können als unangenehm empfunden werden. Im Unterschied zum klassischen Übergewicht oder einer einfachen Fettverteilungsstörung lassen sich die geschwollenen Beine beim Lipödem oft nicht „wegtrainieren“ oder „weghungern“.

Wichtig ist es, das Lipödem von anderen Erkrankungen zu unterscheiden. Dazu gehören vor allem Übergewicht (Adipositas), das Lymphödem (eine Ansammlung von Lymphflüssigkeit) oder venöse Stauungen wie bei Krampfadern. Beim Lymphödem sind zum Beispiel oft die Füße mitbetroffen, was beim Lipödem normalerweise nicht der Fall ist. Auch eine Herz- oder Nierenschwäche kann zu Schwellungen führen, die aber andere Ursachen haben.

Wie wird behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach den Beschwerden und der aktuellen Ausprägung des Lipödems. Besonders wichtig ist die Entlastung der betroffenen Körperteile – zum Beispiel durch das Tragen von maßgefertigten Kompressionsstrümpfen. Bewegung, am besten gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren, können unterstützend helfen, Beschwerden zu lindern. Auch mit regelmäßigen Terminen zur Lymphdrainage erzielen wir häufig gute Erfolge bei unseren meist weiblichen Patientinnen. Klassische Diäten helfen beim Lipödem leider nur wenig, weil die krankhaften Fettpolster darauf kaum ansprechen. Allerdings kann eine antientzündliche Ernährung Schmerzen nachweislich reduzieren.
Bei stärkeren Beschwerden oder ausgeprägtem Befund kann auch eine Fettabsaugung (Liposuktion) erwogen werden, die jedoch gut überlegt und im Rahmen eines individuellen Therapiekonzepts erfolgen sollte.

Fazit:

Das Lipödem ist also keine „Einbildung“ oder eine Folge von falscher Ernährung, sondern eine eigenständige Erkrankung mit typischen Merkmalen. Eine frühe ärztliche Abklärung hilft, Beschwerden zu lindern und unnötige Leidenswege zu vermeiden. Sehr gerne beraten wir Sie individuell dazu.

Das Lymphödem – wenn sich Flüssigkeit im Gewebe staut

Nicht jede Beinschwellung ist ein Lipödem. Hinter geschwollenen Armen oder Beinen kann auch ein Lymphödem stecken. Anders als beim Lipödem entsteht die Schwellung hier nicht durch eine krankhafte Fettvermehrung, sondern durch einen gestörten Abfluss der Lymphflüssigkeit. Dadurch sammelt sich Flüssigkeit im Gewebe an und führt zu einer sichtbaren Umfangsvermehrung der betroffenen Körperregion.

Das Lymphödem ist häufig eine chronische Erkrankung des Lymphsystems. Dabei kann die Lymphflüssigkeit nicht mehr ausreichend aus dem Gewebe abtransportiert werden und staut sich in Armen, Beinen oder anderen Körperregionen. Die Folge sind Schwellungen, die im Verlauf zunehmen können und häufig mit einem Spannungsgefühl oder einer Schwere der betroffenen Körperteile einhergehen.

Ein Lymphödem kann angeboren sein (primäres Lymphödem) oder im Laufe des Lebens entstehen (sekundäres Lymphödem). Häufige Ursachen sind Operationen, Bestrahlungen, Verletzungen oder Entzündungen, bei denen Lymphbahnen oder Lymphknoten geschädigt wurden.

Typisch für das Lymphödem ist, dass die Schwellung oft an Händen oder Füßen beginnt und sich von dort ausbreitet. Die Haut kann sich straffer anfühlen und Schmuck, Schuhe oder Kleidung werden plötzlich enger. Im fortgeschrittenen Stadium können Verhärtungen des Gewebes und wiederkehrende Entzündungen auftreten.

Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Ursachen von Schwellungen. Dazu zählen insbesondere das Lipödem, Venenerkrankungen, Herzschwäche oder Nierenerkrankungen. Während beim Lipödem die Füße meist ausgespart bleiben, sind sie beim Lymphödem häufig mitbetroffen.

Wie wird behandelt?

Die Behandlung des Lymphödems verfolgt das Ziel, die Schwellung zu reduzieren, Beschwerden zu lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.

Die wichtigste Säule der Therapie ist die sogenannte Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE). Sie besteht aus mehreren Bausteinen: der manuellen Lymphdrainage, einer individuell angepassten Kompressionstherapie, gezielter Bewegung und einer sorgfältigen Hautpflege. Auch die apparative Lymphdrainage kann zu einer deutlichen Beschwerdebesserung beitragen.

Maßgefertigte Kompressionsstrümpfe unterstützen den Abfluss der Lymphflüssigkeit und helfen, das Behandlungsergebnis langfristig zu erhalten. Regelmäßige Bewegung – insbesondere Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Wassergymnastik – fördert zusätzlich die Funktion des Lymphsystems.

Ebenso wichtig ist eine konsequente Hautpflege. Durch die Schwellung ist die Haut oft empfindlicher und anfälliger für Infektionen. Kleine Verletzungen sollten daher sorgfältig versorgt werden.

Je früher ein Lymphödem erkannt und behandelt wird, desto besser lassen sich Beschwerden kontrollieren und Folgeschäden vermeiden.

Fazit:

Das Lymphödem ist häufig eine chronische, aber gut behandelbare Erkrankung. Eine frühzeitige Diagnose und eine individuell angepasste Therapie können die Lebensqualität deutlich verbessern und das Fortschreiten der Schwellungen verhindern. Gerne beraten wir Sie persönlich und entwickeln gemeinsam mit Ihnen ein passendes Behandlungskonzept.

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